In Erinnerung an den Einschlag des Kometen Shoemaker-Levy auf dem Jupiter vor 30 Jahren



Im Juli 2022 jährte sich zum 30. Mal der Tag eines der größten Ereignisse, das Menschen jemals Live beobachten konnten und das die Welt der Wissenschaftler in Atem hielt.

Es war der spektakuläre Kometeneinschlag des Kometen Shoemaker Levy der die Jupiteratmosphäre heftig durchwirbelte und dessen Reste bis heute noch die unteren dunklen Wolkenbänder des Jupiters bilden.

Der Komet wurde von Carolyn und Eugene Shoemaker zusammen mit David H.Levy entdeckt, als sie mehrere systematisch gemachten Überwachungsfotos aus der näheren Umgebung von Jupiter mit einem speziellen Stereo Mikroskop auswerteten.
Carolyn Shoemaker war bei der Auswertung der Bilder die Spezialistin am Mikroskop. Sie machte das schon seit zehn Jahren und entdeckte bis 1983 insgesamt 32 Kometen und 800 Asteroiden auf den Fotoplatten des Astrographen.










Der Anfangs über 5 Kilometer große Komet passierte die Jupiteroberfläche in einer Entfernung von 21 000 Km. Man war sich aber seiner Entdeckung noch nicht ganz sicher.

Auf einem Foto vom 8.7.1992  vermutete man, dass dieser Brocken in Richtung Jupiter stürzen könnte. Man verlor ihn aber wieder aus den Augen der Teleskope und zwar aus folgendem Grund:    
Der im Durchmesser ca 5 Km große Kern wurde beim ersten Vorbeiflug durch die hohe Schwerkraft des Jupiters in 21 einzelne Bruchstücke zerlegt, was man sich damals noch nicht vorstellen konnte. Er blieb bis Dato unauffindbar. Erst die Suche mit dem Hubble Space Teleskop und den Kameras der Galileo Sonde brachten die Erkenntnis, dass der Komet zerbrochen ist. Der 5 Km große Brocken muss stark rotiert sein und wurde durch die hohe Anziehungskraft des Jupiter und in Verbindung mit seiner Eigenrotation in 21 Fragmente zerlegt.

Diese 21 Trümmer wurden durch die Schwerkraft des Jupiter in einen Orbit gezwungen. Man gab ihnen die Bezeichnung von A bis W wobei A der erste, aber nicht unbedingt der Größte war.
Dann reihten sie sich je nach Position und Masse, wie an einer Perlschnur auf und schossen an Jupiter vorbei.
Die Länge ihrer 21 Trümmerbrocken betrug zu diesem Zeitpunkt 5 Millionen Kilometer.

Erst am 18. März 1993  wurde diese Trümmerwolke von der Erde aus wieder entdeckt.

"Wir verwendeten das kleinste der vier regelmäßig genutzten Teleskope des Palomar-Observatoriums. Mit einem Spiegeldurchmesser von 65 Zentimetern und einer 45 Zentimeter Korrekturlinse ist es speziell für die Beobachtung ausgedehnter Himmelsareale geeignet", schreibt Eugene Shoemaker in seinem Bericht. Man hatte zuvor den Kometen, als er noch ein kompakter Brocken von 5 Km Durchmesser war, von der Erde aus exakt beobachtet und stellte präzise Berechnungen an, aber der Komet blieb bis dato für 8 Monate unauffindbar.

Am 16.7.93  erreichte die Trümmerkette des Kometen das Apogäum der Umlaufbahn. Der Japaner Shuichi Nakano sagte den zu erwartenden Zusammenstoß mit Jupiter als Erster voraus. Diese Beobachtung und Vorhersage wurde in der Folge von anderen Astronomen weltweit bestätigt.

Jetzt beschleunigten 21 Kometentrümmer auf über 60 Km pro sec und stürzten auf Jupiter zurück. Das ist die sechzigfache Geschwindigkeit einer Gewehrkugel. Die einzelnen Kometenbrocken mussten eine große Festigkeit, ähnlich der von Granit oder reinem Eisen besessen haben, da sie in den Außenbereichen der Jupiter Atmosphäre nicht verdampft sind.










Vom 16. Bis 22. Juli 1994  schlugen sie unaufhaltsam nacheinander in der Gashülle des Jupiters ein. Der erste Einschlag erfolgt etwa 5 -10° hinter dem, von der Erde aus sichtbaren Jupiter Horizont. Dieses Fragment schlug um 21h 11 ein und erzeugte einen riesigen Feuerball, der am Jupiterrand als heller Punkt mit einem hellen Halo zu beobachten war. Im Laufe der Nacht rotierte der Jupiter und der erste Einschlag kam zum Vorschein. Was für ein Erlebnis. Einige Zeit später sah man noch einen weiteren Einschlag bevor es wieder hell wurde und der Jupiter im Tageslicht verschwand. Er stand zu diesem Zeitpunkt schon sehr weit im Westen und verschwand allmählich im Dunst.

Von der Erde aus sah man gestochen scharfe, Nadelstich große schwarze Flecken, die alle Beobachter in ihren Bann zogen. Das war Gänsehaut pur, weil jeder erfahrene Beobachter wusste was hier geschah.
Da es zu dieser Zeit weder Foto Handys noch bezahlbare Digitalkameras gab, war die Dokumentation für Amateur-Astronomen so gut wie nicht möglich. Die digitale Kameratechnik steckte zu diesem Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen und man konnte bei den teuersten Kameras allenfalls eine Auflösung von 380x280 Pixeln erwarten.

Das größte Fragment des Shoemaker Levy schlug am 18.Juli 1994 um 08:32 Uhr MEZ ein.
Die Detonation auf der Planetenoberfläche war so stark, dass der Lichtblitz ca. 5 sec lang in der Atmosphäre des Jupiters sichtbar war und sogar vom Jupitermond Jo reflektiert wurde.
Bei diesem Einschlag entstanden Temperaturen von 15 bis 20000 Grad Celsius. Die dabei freigewordene Energie entsprach der Sprengkraft von einer Milliarde Tonnen TNT.

Am Abend des 18.Juli 1994  wurden auf vielen Sternwarten die weiteren Einschläge auf der Jupiteroberfläche live beobachtet. Solch ein Ereignis dürfte zu den Höhepunkten im Leben eines Amateurastronomen gehören. Insbesondere dann, wenn Einem Live vor Augen geführt wird, was hier gerade geschehen ist.
Für die Erde wäre der Einschlag eines einzelnen Kometenbrockens das Ende gewesen.

Die damals aktiven Astronomen nannten in den Pressemeldungen damals als Vergleich folgendes Beispiel:

Es wäre wie ein Schuss mit einem Revolver auf ein rohes Ei, mit dem Unterschied, dass ein Revolvergeschoss nur 400 m pro Sekunde fliegt, der Kometenbrocken aber mit über 60 000 m pro Sekunde auftreffen würde. Den Ausschuss auf der Rückseite der Erde hätte kein Mensch mehr registrieren können.

Kein Lebewesen auf der Erde hätte dieses plötzliche Ereignis mit seinem Verstand erfassen können!
Der KT Impakt im Golf von Mexiko, der vor 66 Millionen Jahren die Saurier und ein Großteil des Lebens auf der Erde auslöschte, wäre gegen diesen Kometentreffer nur ein planetares Ereignis gewesen.

Die Aufschlagenergie des Kleinsten der Shoemaker Levy Brocken entsprach immer noch der Explosion von 50 Millionen Hiroshima Atombomben oder 650 Gigatonnen TNT.










Man weiß heute, dass die Kollision eines Asteroiden den Erdball nicht zeplatzen lassen würde oder einen Durchschuss erzeugen könnte. Allerdings sähe das Ganze bei einer Geschwindikkeit von über 60 Kilometern pro Sekunde etwas anders aus. Die bisher bekannten Geschwindigkeiten der in Richtung Erde zufliegenden Asteroiden liegen in Bereichen zwischen 25 bis 45 Kilometern pro Sekunde.

Solch einen Einschlag auf die Erde würde man in einer Entfernung von einem Lichtjahr noch nicht einmal als Lichtblitz registrieren können.


Bilquellen und Grafiken: NASA/ESA/JPL-Laboratories - frei für private Webseiten.






Beobachtungen im Laufe des Jahres





In den folgenden Bildergalerien werden die besten Bilder der letzten Beobachtungen von Sonne und Mond eingestellt. Diese Bilder werden immer wieder mal aktualisiert.



MONDAUFNAHMEN



vom 12.03.2022







Die Mondaufnahmen werden mit einer ASI 178MM Kamera aufgenommen. Als Filter kommen ein Skyglow und ein Rotfilter zu Einsatz. Die verwendeten Fernrohre sind ein Maksutov Rubinar Makro mit 500 Millimeter Brennweite und ein Skywatcher Maksutov mit einem 150er Spiegel und 1800 Millimeter Brennweite. Für Detailaufnahmen kommt eine 2-fach Barlow Linse zum Einsatz, die die Brennweite der jeweiligen Fernrohre verdoppelt.



vom 04.06.2022







vom 06.06.2022







vom 09.06.2022








Auf der Rückseite einer durchziehenden lockeren Wolkenfront wurde es etwas kühler und es entwickelte sich ein stahlblauer Himmel mit grandioser Durchsicht. Der Mond stand glockenklar am blauen Himmel und es wurde nicht dunkel, wie das halt zu dieser Jahreszeit so üblich ist.

Aber dann gegen 22:15 Uhr stand Frau Luna auf dem Laptop Monitor wie ausgestanzt. Kaum Flimmern und auch mit der 2-fach Barlow sehr schön anzuschauen.

Auf dem ersten Bild ist der Krater Clavius an der Südspitze des Mondes sehr schön zu sehen.

Auch die Hadley Rille auf dem zweiten Bild war auf dem Monitor besser zu sehen als im 8er Hyperion Okular. Die Hadley Rille ist das Testobjekt für den ambitionierten Mondbeobachter. Wenn man ab 120 facher Vergrößerung die Hadley Rille sehen kann ist die Luft sehr gut und man kann auch zu höheren Vergrößerungen wechseln.


Die Hadley Rille liegt genau gegenüber dem flachen Krater Plato, direkt vor den Steilwänden des Kaukasus Gebirges, das dort über 4000 Meter hoch ist. Durch die Ebene links der Steilwände schlängelt sich die Hadley Rille von Nord nach Süd.
Benannt wurde sie nach dem englischen Astronom und Mathematiker John Hadley, der um 1721 den sphärischen Fernrohrspiegel errechnete und herstellte. Dieser war den bisherigen Linsenteleskopen bezüglich der Abbildungsqualität haushoch überlegen.









In aller Munde war die Hadley Rille im Juli 1971 als der Apollo Astronat James B. Irwin das Landemodul von Apollo 15 über den 2 Kilometer breiten und bis zu 270 Meter tiefen Rillen "Canon" steuerte und in der Bucht rechts daneben das Modul landete. Der Anflug war sehr steil und erfolgte mit einer Sinkgeschwindigkeit von 2 Metern pro Sekunde. Als Irwin bei einem Ausstieg den Mond betrat und mit einem Experiment beschäftigt war, sagte er, dass er dort eine unbeschreibliche Geborgenheit gespürt habe, die er noch nie zuvor auf der Erde erlebt habe. Diese Erfahrung hat sein späteres Leben komplett verändert. Er hat dieses Ereignis bis zu seinem Todestag am 8.August 1991 als eine Begegnung mit Gott bezeichnet. James B.Irwin starb mit 61 Jahren und war der achte Mensch, der den Mond betreten hat.




Auch der sogenannte Henkel auf Bild 3 und 4 ist sehenswert, weil sich der Schatten des 2600m hohen Kap Laplace als Kegel in die Ebene erstreckte. Das ist aber nur in dieser Mondphase zu sehen.

Sein wissenschaflicher Name: Promotorium Laplace. Was für ein Name ! Recherchen ergaben dass der Name von dem Mathematiker Pierre-Simon Marquis de Laplace abstammte, der im 18 Jahrhundert in Frankreich schon über die Existenz von schwarzen Löchern sinnierte.
Er wurde später von der Wissenschaft als der französische Newton bezeichnet. Er lebte von 1749 bis 1827.






Mondbilder vom 4.7.2022 - zunehmender Mond 5 Tage alt    









      











SONNENAUFNAHMEN          vom 18.05.2022









Auch die Sonnenaufnahmen werden mit der ASI Kamera gemacht. Vor die Fernrohre kommt eine Baader Sonnenfilter-Folie und vor die Kamera ein K-Line Kalzium Filter. Damit kann man im schwarz-weiss Modus die Granulen und die Sonnenflares sehr gut sichtbar machen.



Sonnenaufnahmen mit Baader K-Line Kalzium Filter.          








Bilderserie vom 15.Juni bis 26.Juni 2022


Der Kalzium K-Line Filter lässt fast nur das reine UV Licht der Sonne durch. Dadurch werden die Superzellen der Granulen sichtbar die in der Regel einen Durchmesser von 30 000 Kilometern haben-











Hier werden Beobachtunsobjekte vorgestellt, die auch vom Balkon aus beobachtet werden können






M 57 - Der Ringnebel in der Leier









M57 Ringnebel NGC 6720

Der Ringnebel ist ein Planetarischer Nebel im Sternbild Leier. Der Nebel ist der Überrest eines Sterns, der vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Die Gashülle dehnt sich mit einer Geschwindigkeit von 19 km/s aus und hat derzeit einen scheinbaren Durchmesser von etwa 118 Bogensekunden, was bei einer Entfernung von 2300 Lichtjahren einen absoluten Durchmesser von ca. 1,3 Lichtjahren bedeutet.

Im Teleskop erscheint der Nebel ringförmig, weshalb er oft auch als Ringnebel in der Leier bezeichnet wird. Tatsächlich ähnelt die sichtbare Gashülle einem Torus. Im Zentrum des Nebels befindet sich ein Weißer Zwergstern mit einer Oberflächentemperatur von etwa 70.000 °C und einer scheinbaren Helligkeit von 15,8 mag.

M 57 kann relativ leicht aufgefunden werden, da er etwa in der Mitte der Verbindungslinie der Sterne β und γ Lyrae steht.
Der Zentralsten bleibt aber ein Wunschtraum, da er mit 14m jenseits der Reichweite eines 6 Zöllers liegt.
Der Ringnebel selber ist ehr leicht im 22 er Okular zu finden. Im 10er bei stockdunkler Nacht und rabenschwarzem Himmel ist er etwas blass aber in etwa so wie in der Vergrößerung zu sehen.





Sternbild Leier mit dem Doppelsternsystem Epsilon Lyrae










Epsilon Lyrae - das Doppelsternpaar in der Leier

Epsilon Lyrae ist ein Vierfachstern im Sternbild Leier. Dieser besteht aus den zwei visuellen Doppelsternen ε1 Lyrae, das nördliche Sternpaar und ε2 Lyrae, das südliche Sternpaar. Es erscheint mit dem bloßen Auge als ein Stern der 4. Größenklasse am Nachthimmel.

Die Entfernung von Epsilon beträgt ca. 170 Lichtjahre.
Die Umlaufzeit der beiden oberen Doppelsternen beträgt ca. 1800 Jahre
Zwei moderne Berechnungen von 2006 ergeben recht gut übereinstimmende Umlaufzeiten von jeweils 1804 Jahren.
Die Umlaufzeit der beiden unteren Doppelsternen beträgt 724 Jahre

Der Abstand der beiden oberen Doppelsterne beträgt nach neuesten Messungen von 2019 2,2 Bogensekunden. Dieses Sternenpaar steht übereinander.

Das untere Paar hat einen Abstand von 2,4 Bogensekunden und steht nebeneinander.

ε1 und ε2 Lyrae bilden ein hierarchisches Vierfachsystem und weisen zueinander einen scheinbaren Abstand von 209,5″ oder 3,5 Bogenminuten auf. Damit ist ε Lyrae ein für sehr scharfe Augen freiäugig sichtbarer Doppelstern und ein wesentlich schwierigerer Augenprüfer als Mizar – Alkor im Großen Wagen.

ε Lyrae ist ein beliebtes Beobachtungsobjekt bei Amateurastronomen. Besonders reizvoll ist der Anblick in einem Sechs- bis Acht-Zöller bei etwa 150-facher Vergrößerung. ε1 und ε2 Lyrae sind noch gleichzeitig im Gesichtsfeld zu sehen und ihrerseits deutlich getrennt. Überdies unterscheidet sich die Ausrichtung um fast 90°: ε1 Lyrae ist etwa in Richtung Nord–Süd (die „längsstehende“ Komponente), ε2 Lyr etwa in Richtung Ost–West (die „querstehende“ Komponente) ausgerichtet. Alle vier Sterne erscheinen weiß. Die Umlaufzeitspanne der gesamten „Sternen-Hantel“ beträgt 724 000 Jahre.

Egal wie man das „doppelte Doppel“ betrachtet: Für uns Menschen werden diese Daten ohnehin nicht nachprüfbar sein, auch wenn sich im Laufe der Jahre die Messmethoden verbessern.






Castor - ein Sechsfach Sternensystem im Sternbild Zwillinge






 



Von Februar bis Mai am Westhimmel gut zu beobachten. Mit den beiden fast gleich hellen Stenen Castor und Pollux bildet das Sternbild ein markantes Objekt am Himmel. Der schönste Doppelstern ist CASTOR alpha GEM, rechts oben.

Castor steht in einer Entfernung von 51 Lichtjahren und sein Begleiter steht in ca. 10:00Uhr deutlich sichtbar neben seinem Hauptstern in einer Distanz von 5.7 Bogensekunden. Castor ist aber nicht nur ein einfacher Doppelstern. Castor ist ein Doppelsternsystem, dass es in sich hat.

Der Bildausschnitt zeigt das Doppelsystem im Gesichtsfeld eines 13mm Hyperion Okulars mit 138 facher Vergrößerung. Casor A und B umkreisen sich in 420 Jahren einmal und bilden aber in Wirklichkeit ein Sechsfach System. Castor A ist zweieinhalb mal größer als unsere Sonne.

Dass Castor, der etwa 51 Lichtjahre von uns entfernt ist, ein so komplexes Mehrfachsternsystem darstellt, ist erst seit einigen Jahrzehnten bekannt. Die sechs Sterne gruppieren sich in drei Sternpaare, die eng umeinander kreisen, während sie ihren gemeinsamen Schwerpunkt, das Baryzentrum, auf stark elliptischen Bahnen umrunden.

Die drei Sternpaare selbst sind spektroskopische Doppelsterne, d. h. sie lassen sich auch im größten Fernrohr nicht trennen, sondern nur anhand periodischer Änderungen in ihrem Spektrum unterscheiden. Auf zwei der Doppelsterne (also vier der sechs Sterne) entfallen etwa 99,8 Prozent der Gesamtstrahlung.

Castor A ist zweieinhalb Mal größer als unsere Sonne. Castor B etwa zweimal so groß. Castor ist deshalb so interessant, weil er in Wirklichkeit mit seinem Begleiter ein Sechsfachsystem bildet.

Beide Sterne, also Castor A und B, sind spektroskopische, also nicht optisch auflösbare Doppelsterne (genannt Aa, Ab, Ba, Bb), die zur Leuchtkraftklasse V gehören. Demnach sind alle vier Sterne (ebenso wie unsere Sonne) sogenannte Hauptreihensterne.

Die dritte Komponente, kurz als α Gem C, auch mit der alternativen Bezeichnung YY Geminorum in Sternkatalogen zu finden, ist ein bedeckungsveränderlicher Stern, bestehend aus zwei Roten Zwergen. YY Geminorum ist nur 8,07 mag hell und umrundet das Castor-System in einem Abstand von etwa 70" von den Komponenten A und B. Der Positionswinkel zu A beträgt 164°.



  

Eine Beobachtungsnacht auf dem Hohen Meißner



…und dann hat es wieder einmal gepasst … oder doch nicht?

Am 24.Juli 2022 zeigten sich im Westen von Kassel nur ein paar kleine Zirren die sich sicher, wie schon oft beobachtet, gegen Abend auflösen würden.
Es erfolgte um 16.00 Uhr ein Telefon-Rundruf an meine drei Astro Kumpels und um 18.00 wurde das ganze Gerödel ins Auto gepackt. Es ist immer wieder unglaublich, was ein Astronom für einen Kram mitschleppen muss, nur um eine Nacht in der Walachei zu überleben.

Neben Stativ, Montierung, Maksutov, Okularkoffer, Filter Rad und Akku Koffer wären da noch ein Campingtisch, ein bequemer Klappstuhl und eine Rotlicht Stirnlampe zu nennen.
Die Wiese am Beobachtungsplatz hatte ein Kalahari ähnliches Aussehen und der Boden war hart wie Beton. Durch die extreme Hitze der letzten Wochen war alles ziemlich ausgedörrt und sehr trocken. Das kam natürlich der Stabilität der Stativ Aufstellung zugute. Die Stativbeine standen bombenfest.










Im Westen stand eine Zirrus Bank parallel zum Horizont, die uns einen wunderschönen Sonnenuntergang bescherte aber mit Argusaugen beobachtet wurde. Arktur blinzelte so langsam durch den immer noch zu hellen Himmelshintergrund. Die Sucher der Teleskope wurden an den Baumwipfeln in drei Kilometer Entfernung mit dem Hauptrohr in Einklang gebracht.
Jetzt galt es zu warten, bis der Himmel dunkler wurde. Erst ab 22.30 war es möglich die Montierungen an dem Polarstern einzunorden. Die Zirren im Westen haben sich immer noch nicht aufgelöst. Im Gegenteil: Sie teilten sich wie drei böse Finger auf, die in unsere Richtung zogen. Na, das kann ja heiter werden.

Das Einnorden der Montierungen ging sehr schnell, weil schon zigmal geübt. Auch die Stativhöhen stimmten diesmal. Die meisten der geplanten Beobachtungsobjekte konnten im sitzen beobachtet werden. Da ist ein Maksutov oder ein Schmidt Cassegrain Teleskop gegenüber einem Dobson im Vorteil, da man hier bei Objekten, die im Zenit stehen, nicht im Stehen oder auf einer Leiter beobachten muss.

So allmählich kamen die Sterne durch. Im Osten sah man ganz deutlich den dunklen Erdschatten über dem Horizont. Darüber der zarte, blau-violette Schleier der Dämmerung.
Was für ein Anblick. Und dann diese ungewohnte, totale Stille. Irgendwo, ganz weit weg, hörte man einen Waldkauz. Es war wirklich unbeschreiblich.
Auch die ISS zog langsam von Osten kommend über unseren Beobachtungsplatz als wollte sie sagen: „Hallo Jungs, Ihr habt da ein paar Zirren über Euch, aber macht Euch nichts draus, die ziehen weiter.“

Es wurden zuerst die Objekte im Zenit eingestellt. Da war der Ringnebel M57 in der Leier. Epsilon Lyrae wurden als Doppelpaar mit dem Skymax und dem 10er Hyperion Okular einwandfrei getrennt. Die Luft war gar nicht so schlecht, trotz der Zirren.
Die rote LED der Fernsteuerbox blendete wie eine Taschenlampe. Bei der Durchmusterung der Milchstraße mit dem 36er Weiwinkel Okular musste man den Daumen auf der roten LED halten, damit man die Nachtclub Beleuchtung nicht von unten ins Gesichtsfeld bekam.

Auch die dimmbaren, roten Stirnlampen erwiesen sich in der schwächsten Stufe immer noch wie rote Autoscheinwerfer. Das bedeute, dass unsere Augen voll an die Dunkelheit gewöhnt und somit voll adaptiert waren.
Der Cirrus Nebel im Schwan kam mit dem OIII Filter sehr gut, nur unterhalb des Sterns 52 tummelten sich die Ausleger einer Zirrusbank. Cirrus Nebel über Zirrusbank, das hatten wir auch noch nicht. An M81/82 war nicht zu denken. Da stand der Zirrus wie eine Keule.
Aber die Kassiopeia war sehr gut zu sehen und Ha und Chi konnte man schon mit dem bloßen Auge sehr gut erkennen. Was für ein Anblick im 36 Weitwinkel Okular. Nadelscharfe Sterne, wie in einem Refraktor. Ich bin immer wieder begeistert von meinem Skymax 150.

Bei sehr angenehmen 22 Grad saßen wir die ganze Nacht nur im leichten Sommer-Outfit unter der Milchstraße und waren am spechteln. Der Versuch mit einem Weitwinkel Objektiv und der Canon, auf der LX2 Eieruhr-Nachführung, ein paar Milchstraßenbilder zu machen, wurde von den Zirrus Bänken zunichte gemacht. Aber die LX2 lief hervorragend und sehr präzise.





   

Das linke Bild ist das Original Einzelbild mit ISO 1600 und 60 Sekunden Belichtungszeit. Das rechte Bild wurde hochgepuscht um die Zirrusbewölkung, die an diesem Abend herrschte, im Nachhinein sichtbar zu machen.



Jupiter dümpelte noch im Dunst des Horizonts herum aber Saturn zeigte sich von seiner besten Seite. Irgendwie war diese Nacht, trotz der nervigen Zirren doch ein Erlebnis.

Kurz nach drei Uhr wurde dann langsam und gewissenhaft abgebaut. Dabei lag die Betonung auf langsam und gewissenhaft. Jede Klemmschraube, die in der falschen Reihenfolge gelöst würde kann zur Katastrophe führen, wenn das Fernrohr plötzlich umschlägt, weil das Gegengewicht nicht am untersten Schwerpunkt der Montierung stand. Oder umgekehrt: Das Fernrohr schlägt um, weil das Gegengewicht in der falschen Stellung abgenommen wurde oder ein Okular fällt heraus und knallt auf den Boden. Da gibt es viele Möglichkeiten, die Nerven und Geld kosten.

Das ganze Gerödel wurde wieder ordentlich im Kofferraum verstaut und wir fuhren, immer noch begeistert von dem Erlebten, gemütlich nach Hause.

Irgendwann gegen vier Uhr kamen wir zu Hause an. Das ganze Geraffel bleib im PKW in der Garage und wurde erst am nächsten Abend wieder ausgeladen. Frühstück gab es zur Mittagszeit und der Tag verging wie im Tran. Astro-Jetlag könnte man es nennen. Man sollte an solchen Tagen keine wichtigen Entscheidungen treffen, außer Kaffee oder Tee, Salami oder Honigbrötchen. Man sollte nichts unterschreiben, keine Fragen mit Ja oder Nein beantworten und am folgenden Abend früh ins Bett gehen.




Zunehmender Mond am 03.08.2022





Wie nicht anders zu erwarten war, hatten wir an diesem wunderschönen Sommerabend um 22:00Uhr noch 24 Grad Lufttemperatur und ein grottenschlechtes Seeing.
Das Bild des zunehmenden Mondes wackelte auf dem Monitor dermaßen, dass man sich kaum traute eine Bilderserie auszulösen. Es wurden Bildserien von 600 Bildern im SER Format gestackt. Davon konnten immerhin 250 bis 270 Bilder verwendet werden.
Das Bearbeitungsprogramm Astra Image wurde bis zum letzten bearbeitbaren Pixel ausgereizt. Aber es blieb immer noch unscharf aber trotzdem sehenswert. Die Kraterformation um den Kraterwall Zöllner zeigte einen schönen Schattenwurf bei dieser Mondphase.










Der 2800 m hohe Kraterwall warf seinen Schatten wie einen Scherenschnitt in die Ebene des langgestreckten Kraters in dem sich auch noch ein 670m hoher Bergkegel befindet. Die Spitze des Bergkegels leuchtete wie ein heller Punkt in der Sonne.
Angestrebtes Ziel ist, diese Mondphase mal in einer klaren Nacht mit Seeing 2 zu erwischen.














Suche:

Meine Besucher

  • Besucher StatistikBesucher Statistik
  • » 1 Online
  • » 25 Heute
  • » 179 Woche
  • » 943 Monat
  • » 9.369 Jahr
  • » 61.347 Gesamt
  • Rekord: 487 (16.03.2022)

Info

©  by HDDs Mikrowelten - vom Einzeller bis ins Weltall
powered by: moziloCMS 2.0
Letzte Änderung: Gerätetechnik (d.m.Y, H:i:s)
Theme by sbDESIGN